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News-Archiv
Trotz Exportrekorde – Immer mehr Handelsbarrieren
Protektionismus durch die Hintertür
Aktuell stellen die IHKs weltweit eine Zunahme von Handelsbarrieren fest.
Vor allem behindern
- wechselnde Zollvorschriften,
- spezielle Zertifizierungsanforderungen oder
- umfangreiche Dokumentationspflichten
den Handel der Unternehmen – auf Märkten wie Russland und China, aber auch in den USA und der Türkei.
Deutlich sind die restriktiven Tendenzen aktuell in Lateinamerika, wo Brasilien mit Importsteuern auf Fahrzeuge neue Barrieren errichtet. Argentinien belegt den Import von Gütern teilweise mit dem Zwang, im selben Maße Exporte zu tätigen. Die Bundesregierung – in Genf nur auf Staatssekretärsebene vertreten – und die EU sind gefordert, derartige Hemmnisse auf politischer Ebene anzusprechen und auf Erleichterungen zu drängen.
Bilaterale Abkommen – Pferdefuß Bürokratiebelastung?
Parallel verhandelt die EU momentan eine Reihe von Freihandelsabkommen, u. a. mit Indien, Kanada oder Singapur. So richtig es ist, auf einen besseren Marktzugang zu setzen, so wichtig ist es, dass die vielen Abkommen für die Unternehmen handhabbar bleiben. Ein Nebeneinander von Vereinbarungen mit zahlreichen Staaten aber erhöht die Bürokratie und stellt gerade für den Mittelstand eine Herausforderung dar. Umso wichtiger sind Fortschritte auf multilateraler Ebene.
Kleine Lichtblicke: WTO-Beitritt Russlands …
Nach 18 Jahren Verhandlungen wird Russland 2012 WTO-Mitglied. Bereits heute ist die deutsche Wirtschaft dort sehr gut positioniert. Nun wird der deutsche Export – insbesondere von bisher stark geschützten Industrie- und Agrarerzeugnissen – durch Zollsenkungen leichter. Doch das Abkommen ist mit Übergangsfristen gespickt. So werden die Zölle für Neuwagen nach dem Beitritt zur WTO lediglich von 30 auf 25 Prozent gesenkt. Der bisherige russische Ansatz, Investoren wie die Automobilindustrie mit einem großen Markt zu locken und zur Produktion vor Ort zu verpflichten, wird erst ab 2018 ein Ende finden.

