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Talsohle erreicht? Coface stuft weitere Länder ab
Österreich, Finnland und die Niederlande betroffen
Coface stuft weitere Länder im Rating ab. Nachdem der internationale Forderungsspezialist zu Jahresbeginn 22 Länder und im April 47 Länder herabgestuft oder auf die negative Beobachtungsliste gesetzt hatte, sind jetzt 13 weitere Länder betroffen, darunter Deutschlands Nachbarn Österreich und die Niederlande. Vor allem Industrieländern, aber generell auch kleineren Volkswirtschaften, die hochgradig vom Welthandel abhängen, macht die Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise zu schaffen.
Mit dem Länderrating dokumentiert Coface das durchschnittliche Risiko eines Zahlungsausfalls bei Unternehmen in einem bestimmten Land. So fließen neben makroökonomischen Daten vor allem die Zahlungserfahrungen mit den Unternehmen ein. Darin unterscheidet es sich von den Länderratings anderer Agenturen, die in der Regel die Staatsbonität oder Sicherheit von Anleihen zum Gegenstand haben. Regelmäßig werden 155 Länder analysiert und bewertet.
Seit letztem Herbst sind die Zahlungsausfälle und -verzögerungen sind 2008 besonders stark in den Industrieländern gestiegen. Im April wurde von zahlreichen westeuropäischen Ländern das Rating von der Bestnote A1 auf A2 herabgesetzt, darunter auch von Deutschland und Frankreich. "In diesen Ländern scheint die Talsohle erreicht zu sein", sagt der Vorstandsvorsitzende von Coface Deutschland, Benoît Claire.
"Nun folgen jedoch Finnland, Österreich und die Niederlande auf A2. Wie Deutschland, so leiden auch diese Länder unter der schlechten Konjunktur in den Nachbarländern und dem rasanten Einbruch des Exportgeschäfts," erklärt der Vorstandschef. "Bereits im April haben wir ihr Rating unter Beobachtung für eine Abwertung gestellt."
Finnland leide außerdem unter der Erosion des Wettbewerbs und unter der Stärke des Euro gegenüber den Währungen wichtiger Handelspartner. Vor allem Schlüsselindustrien wie die Holzwirtschaft und Telekommunikationsausrüster seien in Schwierigkeiten geraten.

