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Österreich | Am Branchenhimmel hängen immer noch dunkle Wolken | einige Lichtblicke gibt es aber!
Vor mehr als einem Jahr stürzten alle wichtigen Industrie-länder und Branchen in eine tiefe Krise. Die hohe wirtschaftliche Verflechtung hat gezeigt, wie schnell der Dominoeffekt wirken kann.
Die Grundsteine der Weltwirtschaft sind innerhalb kürzester Zeit gefallen – eine Eindämmung war nicht möglich. Bettina Selden, Vorstand bei PRISMA Kreditversicherungs-AG, gibt einen Ausblick für 2010.
Zweimal im Jahr stellt Euler Hermes, die Konzernmutter von PRISMA, weltweit die wichtigs-ten Branchen auf den Prüfstand. „Die Ergebnisse zeigen, dass die Abwärtsspirale langsam aufhört sich zu drehen. Nach einem katastrophalen ersten Halbjahr 2009, ist endlich eine Stabilisierung da!“, sagt Bettina Selden. „Dennoch können nur einzelne Branchen mit Wachstumsprognosen ins neue Jahr starten.“
Obwohl die meisten Branchen weiter kämpfen müssen, sehen die Analysten vereinzelte Lichtblicke: Die Sparten Pharmazie, Chemie und Halbleiter können aufatmen. Die Lebens-mittelbranche hat sich als robust erwiesen, will aber zukünftig durch Anpassungen rentabler werden. Bei den IT-Dienstleistungen wird es 2010 auch wieder aufwärts gehen.
„Unser größtes Sorgenkind bleibt weiterhin die Automobilindustrie mit ihren Zulieferern. Die wichtigsten Märkte verzeichnen seit der Krise Absatzrückgänge zwischen 10%-30%“, analy-siert Selden. „Insgesamt denke ich aber, dass die Talsohle hinter uns liegt. Noch weht aller-dings nur ein leichter Aufwärtswind. Die Sonne strahlt erst wieder ab einem Wirtschafts-wachstum von mindestens 2%.“
Die positivsten Meldungen kommen aus China. Das Reich der Mitte hat in der Automobil- und Stahlindustrie wieder das Produktionsniveau der Vorkrisenzeit erreicht und übertroffen. „Nächstes Jahr setzt die Aufwärtsspirale hoffentlich auch bei den anderen Industrieländern ein. Europa wird aber wohl erst Ende 2010 den Kopf aus dem Wasser strecken können“, sagt Selden.
Die Branchen im Überblick
Lebensmittel: Anpassung, kein Umbruch
Der EU-Anteil an den weltweiten Agrar- und Nahrungsmittelausfuhren fiel in den letzten zehn Jahren von 25% auf 20%.

