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30.10.2009 08:54 Alter: 3 Monate

Insolvenzverwalter erwarten mehr Insolvenzen trotz Wachstum

Statistisches Bundesamt meldet erneut deutlichen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen im Juni/Beck: „Rückgang der Unternehmens­insolvenzen nicht vor Ende 2010“

Trotz des leichten Wirtschaftswachstums wird die Zahl der Unternehmensinsolvenzen auch in den kommenden Monaten weiter deutlich steigen. Diese Erwartung äußerte der Insolvenzverwalterverband VID heute anlässlich der Veröffentlichung der Insolvenzstatistik für den Monat Juni 2009.

Das Statistische Bundesamt hatte einen erneuten starken Anstieg der Unternehmensinsolvenzen um 15,9 Prozent gemeldet.

Der VID warnte davor, von 0,3 Prozent Wirtschaftswachstum gleich auf eine nachhaltige Erholung zu schließen. Erstens gehe die Erholung von einem historischen Tief aus. Zweitens seien hier vermutlich Einmaleffekte am Werk, die durch staatliche Hilfen ausgelöst worden seien. Und schließlich drittens stehe bei wichtigen Schlüsselbranchen eine nachhaltige Erholung noch ein weiter Ferne, darunter in Automotive, Maschinenbau und Möbelindustrie. „Von einem Rückgang der Insolvenzanmeldungen bei Unternehmen ist

deshalb vermutlich erst Ende 2010 auszugehen“, sagte Siegfried Beck, Vorsitzender des „Verbandes der Insolvenzverwalter Deutschlands“. Die bislang vor allem durch Kurzarbeit eingedämmten Wirkungen der Krise auf den Arbeitsmarkt könnten auch durch das jetzt verzeichnete Wirtschaftswachstum nicht verhindert werden.

Besonders besorgniserregend sei es, dass weiterhin eine große Zahl eigentlich gesunder Unternehmen Insolvenz anmelden müssten.


Solche Unternehmen, die über eine stärkere Eigenkapitalausstattung verfügten, hielten zwar länger durch. „Viele Unternehmen bleiben noch kurz vor Ende der Durststrecke liegen“, betonte Beck. „Sie haben keine Reserven mehr, um ans rettende Ufer zu gelangen.“ Zudem sei die Kreditvergabe der Banken weiterhin sehr vorsichtig. „Die staatlichen Kreditprogramme haben vor allem im

Mittelstand noch nicht zu einer wirklichen Entlastung geführt“, sagte der VID-Vorsitzende.

Originalquelle: Bundesverband Insolvenzverwalter, Pressemitteilun, www.vid.de


 

 

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