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Die Insolvenzwelle wird wohl erst 2010 abebben
Weltweit gehen immer mehr Firmen pleite. Experten erwarten eine Erholung erst ab 2010. Wenn man die Insolvenzsteigerungen der wichtigsten Handelsnationen zusammenzählt und nach der Wirtschaftsleistung (BIP) gewichtet, ergibt sich für 2009 ein weltweiter Insolvenzanstieg von 35 Prozent. Das zeigt eine Untersuchung der Prisma Kreditversicherung.
"Während 2008 der Finanzsektor und die Bauwirtschaft am stärksten betroffen waren, beobachten wir jetzt den Großteil der Firmenpleiten in den Industriesektoren. Zudem nimmt die Höhe der Passiva zu", erklärt Ludwig Mertes, Vorstand von Prisma, einer Tochter der Oesterreichischen Kontrollbank.
2008 hat Spanien alle Insolvenzrekorde gebrochen. 2009 dürften die Niederlande, hochgerechnet auf Basis der Daten bis Mai, die meisten Pleiten einfahren. Nachdem die Insolvenzfälle 2008 dort um nur 0,7 Prozent zunahmen, sollen sie bis Ende 2009 um 75 Prozent steigen.
"Die Niederlande sind äußerst exportabhängig und daher stark vom BIP-Verfall in anderen Ländern betroffen", begründet Mertes die Zahlen. Er verweist zudem auf strenge Kreditvergaberegeln besonders für Klein- und Mittelbetriebe (KMU).
Auch in Norwegen sieht es schlecht aus: Nach vier Jahren rückläufiger Pleiten wird für 2009 ein Anstieg von 66 Prozent erwartet. Auf Platz drei folgt Spanien: 2009 werden die Insolvenzen hier um 58 Prozent ansteigen (2008: plus 187 Prozent). In Deutschland sollen um 19 Prozent mehr Firmen bankrott gehen.
Österreich: 7262 Pleiten
Österreich kommt mit einem voraussichtlichen Anstieg von 15 Prozent vergleichsweise gut weg. Doch der Anstieg werde dem Land mit seinem ohnehin hohen Insolvenzniveau ein Rekordhoch von 7262 Pleiten bescheren. "Österreich hat eine hohe Dichte an KMU, von denen viele in den letzten zehn Jahren gegründet wurden", betont Mertes: "Viele überleben aber das dritte Jahr nicht: Wenn bis dahin das Konzept nicht aufgeht, ist die Geldreserve aus." Im internationalen Vergleich bliebe den Betrieben dann verhältnismäßig wenig Zeit für die Sanierung.

