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15.09.2010 11:52 Alter: 2 Monate

Bürgel rechnet für 2010 mit 140.000 Privatinsolvenzen

Im ersten Halbjahr 2010 bewegt sich die Zahl der Privatinsolvenzen in Deutschland mit 69.417 Fällen auf hohem Niveau. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres  meldeten 12,8 Prozent mehr Verbraucher Privatinsolvenz an. Bürgel Wirtschaftsinformationen geht für 2010 daher von insgesamt 140.000 Privatpleiten aus. Diese Entwicklung droht das bisherige Rekordjahr 2007 mit 137.000 Fällen sogar noch zu übertreffen.

Die meisten Privatinsolvenzen verzeichnet absolut gesehen zwar Nordrhein-Westfalen mit 14.999 Fällen. Bezogen auf die Einwohnerdichte schneiden aber vor allem Bremen mit 167 Privatinsolvenzen je 100.000 Einwohnern, Niedersachsen (115) und Schleswig-Holstein (114) schlecht ab. Während der Bundesdurchschnitt bei 85 Fällen je 100.000 Einwohnern rangiert, kommen Bayern (63), Baden-Württemberg und Thüringen (je 68) vergleichsweise glimpflich davon.

Alle Länder eint, dass sie zunehmend von Privatinsolvenzen betroffen sind. Sieben mussten im ersten Halbjahr sogar einen zweistelligen Anstieg         hinnehmen – allen voran Thüringen (plus 48,9 Prozent), Nordrhein-Westfalen (plus 25,9 Prozent) und Berlin (plus 21,6 Prozent).

Vor allem Männer sind mit einem Anteil von 58,9 Prozent von der Privatinsolvenz betroffen. Nur bei den 18- bis 25-jährigen Bundesbürgern ist der Frauenanteil mit 53,4 Prozent ausgeprägter. Besonders hart treffen Insolvenzen die Jüngsten: Bei den 18- bis 25-Jährigen ist die Fallzahl im Untersuchungszeitraum  um 47,9 Prozent gestiegen. Den einzigen Rückgang um 3,3 Prozent konnten nur die Über-60-Jährigen für sich verbuchen.

Die Hauptursachen einer Privatsolvenz sind: Arbeitslosigkeit, Veränderung der familiären Situation (Trennung bzw. Scheidung) und unpassendes Konsumverhalten bezogen auf das Einkommen. Aktuell sitzen insbesondere jüngere, in Gelddingen unerfahrenere Menschen mit geringem Finanzierungsspielraum in der Schuldenfalle. In der Gesamtsicht auf das Jahr 2010 sind die Aussichten nach wie vor negativ.

Hier geht es zur ausführlichen Studie (pdf-Datei)von Bürgel:

 

Bürgel | Schuldenbarometer 1.
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