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Forfaitierung - Allgemein


Anfänge des Forfaitierungsgeschäftes

Die ersten Forfaitierungsgeschäfte im heutigen Sinne sind nach dem zweiten Weltkrieg entstanden. Züricher Banken riefen diese Zahlungsform ins Leben, um Getreidekäufe osteuropäischer Länder aus den USA zu finanzieren.

Gewöhnliche Bankfinanzierungen waren für diese Art von Geschäften nicht möglich. Die Finanzierung von Transaktionen von Verbrauchsgütern war am Anfang die Grundlage des Forfaitierungsgeschäftes.

    

Durch die Ausweitung des Investitionsgüterhandels Anfang der 60-ziger Jahre fand eine beachtliche Expansion des Forfaitierungsgeschäft statt, bedingt dadurch, dass die bis dahin gängigen Zahlungsziele von 90 bzw. 180 Tagen im internationalen Wettbewerb nicht mehr ausreichend waren. Der Wegfall der bis dahin bestehenden Handelsschranken verschärfte den Wettbewerbdruck auf die Unternehmens immens, dass insbesondere die sich im Aufbau befindliche westeuropäische Industrie in Teilen sich nicht mehr in Lage sah, die Exporte selbst zu finanzieren. Zu dieser Zeit wurde vermehrt auf die Möglichkeit der Forfaitierung zurückgegriffen, um so dem bis zum dem Zahlungsziel entstehenden Finanzierungsdruck zu entgegen.

Als "Mutterland" der Forfaitierung ist sicherlich die Schweiz zu nennen, doch werden heutzutage die meisten Forfaitierungsgeschäfte über London abgewickelt.  

Zwei Gründe haben London an diese Stelle gebracht:

  • Zum einen ist er ohne Zweifel der flexibelste Platz und
  • zum anderen liegt der Vorteil gegenüber der Schweiz darin, dass in London keine Wechselsteuer fällig wird.

Das Umsatzvolumen das weltweit und speziell in Deutschland getätigt wird, kann von dieser Stelle nicht konkretisiert werden. Statistiken vom Statistischen Bundesamt bzw. den statistischen Landesämtern werden nach unserer Erkenntnis nicht geführt. Längst beschränkt sich die Forfaitierung nicht nur auf Exportforderungen, denn der Ankauf von Forderungen inländischer Schuldner hat mittlerweile große Bedeutung erlangt

Anbieter

Der Kreis der im Forfaitierungsgeschäft tätigen Gesellschaften und internationalen Banken ist heute kaum mehr zu überblicken. In Deutschland haben sich Banken vielfach mit der Gründung von Tochterfirmen auf die Abwicklung von Forfaitierungsgeschäften spezialisiert.

Abgrenzung zum Factoring

Wie der Factor, so übernimmt der Forfaitist ebenfalls das

  • Forderungsausfallrisiko und die
  • Finanzierungsfunktion, die sich allerdings nicht auf sämtliche Forderungen oder eine Gesamtheit von Forderungen des Verkäufers beziehen, sondern auf
  • einzelne Forderungen. Aus diesem Grund kommt der Dienstleistungsfunktion keine Bedeutung zu. Ein weiterer Unterschied ist, dass die Forfaitierung mittelfristiger, mitunter sogar langfristiger Natur sein kann.

Forfaitierungsgeschäfte werden auf der Grundlage bestimmter Sicherheiten abgewickelt, während für das Export-Factoring nach der positiven Bonitätsprüfung des Importeurs durch den Factor im betreffenden Land, lediglich die Verität der Forderung nachgewiesen werden.



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